Was du willst…

…eine wahre Geschichte.22.07.2020

Neulich – in der Coronazeit musste ich ein Paket zur Post bringen.
Da sich immer nur drei Kunden in der Schalterhalle der Post aufhalten durften, wurde ein Mann einer Securitygesellschaft eingesetzt, der die Ordnung durchsetzen sollte.
So standen wir also – schön in zwei Metern Abstand voneinander bis ca. 10 Meter vor dem Gebäude und warteten darauf das wir in die Schalterhalle gehen durften.
Vor dem Eingang war ein Schild aufgestellt, auf dem zu lesen war dass sich Personen die zum Geldautomaten wollten, links vom Schild aufstellen sollten und die anderen Personen, die zum Schalter wollten sich rechts von dem Schild aufstellen sollten. – Wobei es links keine Warteschlange gab.
Irgendwann kam eine Frau in der rechten Schlange an die Reihe, und sagte etwas zu dem Securitybeamten, worauf dieser recht laut und genervt sie mehrfach fragte, ob sie nicht lesen könnte. Er forderte sie auf, das Schild zu lesen. – Sie hatte sich offenbar falsch angestellt.
Nachdem die Frau abgefertigt war, fragte er uns mit lauter Stimme, ob noch jemand von uns nicht lesen könnte. Worauf niemand eine Antwort gab – ausser ich.
Ich konnte in diesem Moment mal wieder meinen Mund nicht halten.
Ich erwiderte ihm, das wenn er mein Paket zum Schalter bringen würde, ich überhaupt nicht hinein bräuchte.  Aber er war schlagfertig, und erwiderte mir:
„Wenn ich ihm einen Kaffee und ein Stück Kuchen bringen würde, er das auch für mich tun würde“.
– Da dachte ich bei mir: „Diesen Spaß lässt du dir nicht entgehen“.
Nachdem ich mein Paket am Schalter aufgegeben hatte, ging ich zum nächsten Schnellrestaurant, kaufte einen großen Milchkaffee und einen Donut, und brachte es dem verdutzten Securitymann. Er war so perplax, dass er nur ein: „Nee, das glaub ich jetzt nicht“ herausbrachte.
Wenn ich nicht meinen Mundschutz angehabt hätte, dann hätte er mein breites Grinsen gesehen, das sich quer über mein Gesicht zog.
Ich überreichte ihm den Kaffee und den Donut, wünschte ihm noch einen schönen Tag, und verschwand.
Ich weiß nicht wer mehr Freude daran gehabt hat, er oder ich.
Jedesmal, wenn ich an diese Geschichte denke, macht sich unmerklich wieder das selbe breite Grinsen auf meinem Gesicht breit, das ich schon damals gehabt hatte, als ich ihm den Kaffee und den Donut überreicht hatte.

„Empathie ist, wenn man sich überlegt, wie man die Welt ein klein wenig schöner machen kann, aber dazu ist es notwendig den Blick von sich selbst abzuwenden, und sich dem anderen hinzuwenden.
Was du willst… das dir man tu, das füge auch dem andern zu – es könnte deinen Tag verändern“

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