Glaube

Sich bewusst willentlich für „die andere Realität“ zu entscheiden heißt nicht Realitätsfern zu sein, sondern zu glauben, dass die noch unsichtbare göttliche Realität bald in deinem Leben sichtbar wird.

Was meine ich damit?
Vor vielen Jahren habe ich einmal eine Predigt gehört.
In dieser Predigt wurde die Behauptung aufgestellt, daß Liebe kein Gefühl, sondern eine Willensentscheidung sein. – Man hat sich dazu entschlossen, den anderen zu lieben.
– Natürlich spielen dabei auch die Gefühle eine starke Rolle.
Aber, man entscheidet sich den Partner zu lieben, ihm seine Liebe zu schenken. – Es ist ein bewusster Willensakt.
Und so, wie wir uns dazu bewusst dazu entscheiden können, den Partner zu lieben, so können wir uns auch bewusst für eine „andere Realität“ entscheiden.

Hierzu ein Beispiel:
Mir ging es mal sehr sehr schlecht. Ich hätte Tag und Nacht heulen können. In diesem Zustand ging ich in den Gottesdienst. Mir war nicht danach zumute bei den christlichen Liedern mit zu singen. – Aber dann habe ich mich an obige Predigt erinnert.
– Auch wenn mir es noch so schlecht geht, Gott ist trotzdem würdig (über mein eigenes Elend hinaus) gelobt und gepriesen zu werden. – Also tat ich das.
Ich stand da tränenüberströmt, lobte und pries Gott mit den geistlichen Liedern obwohl mir meine sämtlichen Gefühle etwas anderes sagen wollten.
-Es war einer der gesegnetsten Gottesdienste für mich – weil Gott selbst mich tröstete.

Sich bewusst für „die andere Realität“ zu entscheiden heißt nicht, vor der „wirklichen“ Realität zu fliehen. Es heißt einfach „Gott mehr zu vertrauen“ als man selbst gerade fähig ist zu sehen und/oder zu spüren.
Wenn du „sein Kind“ bist, dann kannst du auch IHM vertrauen, dass ER alles in seiner Hand hält. Das alles zu deinem besten dienen muß, auch wenn gerade herzlich wenig bis gar nichts davon zu sehen ist.
Erwarte einfach, dass Gott auch ein Wunder in deinem persönlichen Leben machen kann.
„Befiehl dem HERRN deine Wege und vertraue auf ihn; er wird’s wohl machen“ (Psalm 37, 5)
An dieser Stelle fängt Glauben an, wenn wir uns nicht für die „sichtbare Realität“ sondern für die „unsichtbare Realität“ – für die Aussagen Gottes über unser Leben, für den Zuspruch Gottes – entscheiden.
Das ist nicht einfach. – Es bedeutet oftmals Kampf. Kampf mit unseren Gefühlen, Kampf gegen jede Faser unseres Seins die uns etwas anderes weis machen will. Kampf gegen den Rat so genannter „guten Freunde“ die einem doch nur wie Hiob das falsche raten wollen.
Aber sei gewiss, Gott lässt dich nicht fallen.
Auch wenn du über dem Abgrund hängst, und du dich nur noch mit einer Hand mit letzter Kraft an einem Grasbüschel (an Gott) festhältst – es wird nicht reißen.

Ein gläubiger Mensch ist nicht besser als ein nicht gläubiger Mensch – er ist nur besser dran.
– Was soll das denn nun wieder heißen?
Ein gläubiger Mensch unterliegt genau so den einflüssen dieser Welt als ein ungläubiger Mensch. – Er bekommt Krankheiten, Sündigt, fällt falsche Entscheidungen, ihn treffen Schicksalsschläge etc.
Aber was soll dann der Glaube? Wozu ist er nütze?
Der gläubige Mensch kann sich als „Kind Gottes“ an IHN wenden. Wir können uns Gott anvertrauen. Wir können ihn um Vergebung bitten, wenn wir gesündigt haben. Er ist der feste Fels in der Brandung an den wir uns klammern können, wenn die Wellen über unserem Kopf zusammenzuschlagen drohen. Er ist nicht nur unsere Hoffnung in der Not, sondern wir WISSEN dass er unser Helfer in der Not ist.
Der gläubige Mensch hat Gott – der ungläubige Mensch hat nichts.
Deshalb ist der gläubige Mensch nicht besser – aber besser dran.

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