Klinik 5

Bitte Grafik nachladen, sie ist ein wichtiger Bestandteil dieser SeiteIch erkannte, daß ich in meiner Ehe und auch an der Arbeit deutlichere Signale setzen muß, indem ich deutlicher zum Ausdruck bringen muß, was ich wirklich will. – Indem ich nicht mehr aus Angst um meinen Arbeitsplatz meine Schnauze halte, sondern ganz klare Signale setze, daß man nicht mehr alles mit mir machen kann.
– Bis hier her, und nicht weiter – (Auch mal Grenzen setzen – nicht nur gegenüber Kindern).
Das ständige Ducken und Kuschen aus Angst vor den Reaktionen meiner Frau oder aus Angst vor dem Arbeitsplatz hatten mich krank gemacht. – Krank deshalb, weil die Angst mich entgegen meinem eigentlichen Naturell reagieren ließ. – Ich war unglücklich in dieser Rolle. Ich hatte das Gefühl meine eigene Identität zu verlieren – bis zur Selbstaufgabe.
*

– MUT ZUR EIGENEN IDENTITÄT –

Nun beginne ich, gemäß meiner eigenen Identität zu handeln. Klare Signale auszusenden. Es ist zwar sehr zu bezweifeln ob ich damit mehr Erfolg haben werde (im Sinne von “das angestrebte Ziel erreichen”) aber ich merke, daß diese Verhaltensweise eher meinem Naturell – meiner eigenen Identität entspricht. – Ich fühle mich wohl dabei, weil ich mir selber dabei treu bleibe. – Und das ist schon der Erfolg weil es gut tut.
Ich muß mich nicht mehr “um der anderen willen mich selbst bis zur Selbstaufgabe verbiegen”
In der Bibel gibt es folgenden weisen Satz: “Erziehe den Knaben seinem Wege gemäß; er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird” (Sprüche 22, 6).
– Jeder Mensch ist in seiner Identität anders. Deshalb passt es auch meistens nicht ein Konzept auf viele Personen anzuwenden. Viel hilfreicher ist es zu schauen, was das für ein Mensch ist. Und wie kann man Veränderungen in sein Leben “paßgenau” integrieren? – Was für die Erziehung eines Kindes (wie in der obigen Bibelstelle beschrieben) gilt, das gilt auch für die Hilfe einer Person, die von Burnout betroffen ist. – Die Klinik hatte zwar verschiedene hilfreiche Konzepte im Fundus, nicht jedes Konzept wurde aber an jedem Patienten angewendet, sondern es wurde ausgesucht, welche Anwendungen passend für diesen Patienten sein könnte. Nach der Hälfte der Zeit wurde in einem Zwischengespräch noch einmal sondiert, ob die getroffenen Entscheidungen passend für diesen Patienten waren, oder ob man noch was ändern sollte.
Dieses Konzept verfolgte auch meine Verhaltenstherapeutin in der nachfolgenden Therapie. Sie versuchte zu verstehen, wo die Probleme lagen und was für ein Mensch ich bin. Anschließend half sie mir passgenaue Lösungen für die vorhandenen Probleme zu entwickeln und in mein Leben zu integrieren.
Dies ist eine Vorgehensweise, die zwar recht zeitintensiv ist, aber recht erfolgversprechend sein kann, so daß man diese Vorgehensweise auch selbst anwenden kann.
– Wichtig ist, sich bewußt zu machen “Was ist eigentlich meine eigene Identität” – Und entsprechend dieser eigenen Identität (in der man sich wohl fühlt) zu handeln. – Andere würden das vielleicht als “Im Einklang mit sich selbst” beschreiben.
Finde heraus, was deine eigene Identität ist und beginne danach zu handeln.
Die Selbstzweifel über getroffene Entscheidungen werden wesentlich geringer weil du sie nach deiner eigenen Empfindung als so, wie du sie getroffen hast, als korrekt und richtig empfindest.


– SCHLÜSSELSATZ 6 –

DER WEG IST DAS ZIEL

Bitte Grafik nachladen, sie ist ein wichtiger Bestandteil dieser SeiteWährend der Nachtherapie kamen in mir massive Zweifel auf, weil ich eine schwere Entscheidung treffen mußte, dessen Ergebnis und die daraus resultierenden Folgen ich absolut nicht abschätzen kann. Wie sollte ich mich entscheiden? Weiterhin “aus Protest schweigen” (was mich krank gemacht hatte)? Oder mich dagegen auflehnen (ohne Hoffnung auf das von mir gewünschte Ergebnis) und dabei meinen Job auf’s Spiel zu setzen oder zumindest persönliche Nachteile zu befürchten?
Sehr geholfen in meiner Entscheidung hatte mir die Aussage
nicht das gewünschte Ergebnis als Maßstab für einen Erfolg oder Mißerfolg zu sehen, sondern den eingeschlagenen Weg.
Welcher Weg entspricht eher meinem Naturell? In welcher Entscheidung kann ich eher Ruhe finden und mich mit ihr identifizieren (ein inneres Ja finden) auch wenn die Entscheidung für mich persönliche Nachteile haben würde?
Die eigenen Verhaltensweisen ändern, die mich krank gemacht haben, weil sie entgegengesetzt dem eigenen Naturell (der eigenen Überzeugung) stehen ist die große schwierige Herausforderung.
Groß und schwierig deshalb, weil die bisherigen Verhaltensweisen sich über einen längeren Zeitraum eingeschliffen haben. – Sich bewußt gegen die alten Verhaltensweisen zu entscheiden und zum eigenen Wohle neue Wege zu gehen ist die große Herausforderung.
Oftmals muß man auch Rückschläge hinnehmen. Aber die kleinen Erfolge machen Mut in diese Richtung weiter zu gehen – weil ich eine Besserung spüre.
Und wie sagte mal ein Arzt zu mir? “Wer heilt, hat recht”.


– PSYCHOSOMATISCHE STÖRUNGEN –

In der Reha in gemeinsamen Gesprächen stellten wir unterschiedliche somatische (körperliche) Auswirkungen durch Belastung fest. Die Bandbreite war groß.
Sie reichte von Einschlafproblemen, über Durchschlafprobleme, von Durchfall bis zu Verstopfung und bis hin zu plötzlichen Ohnmachtsanfällen.
Vor der Reha hätte ich so etwas als „Spinnerei“ abgetan, aber nun musste ich es am eigenen Leib – und in Gesprächen mit Mitpatienten – erfahren, dass es Auswirkungen auf den Körper durch psychische Stressfaktoren wirklich gibt.
Aber wie dem begegnen? Wie diese teilweise recht unangenehmen Auswirkungen wieder rückgängig machen?

Bitte Grafik nachladen, sie ist ein wichtiger Bestandteil dieser SeiteEin großes Thema unter uns Patienten waren die Gedanken die uns quälten, und uns nicht schlafen- durchschlafen- oder einschlafen ließen. Wie sehr wünschten wir uns einen Schalter am Hinterkopf (wie der Android Data in Raumschiff Enterprise) mit dem man zumindest die quälenden Gedanken einfach abschalten könnte.
Leider gibt es in der Realität solch einen Schalter nicht, und das Zusammenspiel zwischen Körper und Psyche ist doch komplizierter als wir es wahrhaben wollen. Eine schnelle Lösung gibt es wohl nicht, aber Hoffnung. In meinem Fall habe ich mit Durchschlafproblemen und Durchfall (wie Wasser) zu kämpfen.

– Seite 5


VSeite04HomeNSeite06
Klinik 4Zurück zu
Klinikerfahrungen
Klinik 6

Kommentare sind geschlossen.