Selbst-Wert

– Die Sache mit dem Hut! –

18.08.2021

Eine wahre Geschichte…
Ein Bekannter von mir versucht mich immer wieder aufzuziehen, und fragt mich manchmal ob ich denn meinen Hut beim Duschen oder zu Bett gehen ausziehen würde.
Ich antworte ihm dann stets darauf: „Dass ich den Hut in diesen besonderen Situationen dann ausnahmsweise nicht aufbehalten würde.

Aber die Strory mit dem Hut hat eigentlich eine ganz andere – eigene Geschichte.

Seit Dezember 1998 war ich nun im Schwabenländle und hatte auch eine Schwäbin geheiratet. Und wie viele (schwäbische) Ehepaare fuhren wir auch regelmäßig in den Urlaub – ans Meer – an das schwäbische Meer – den Bodensee.

Es war Sommer und heiß – sehr heiß. Und da ich die Sonne auf meinem immer dünner werdenden Haar so schlecht vertragen konnte, kaufte ich mir einen Strohhut in Form eines Cowboyhuts. Ich stellte überrascht fest, dass der Hut meinen Kopf nicht nur vor den aggressiven Sonnenstrahlen schützte, sondern dass er mir zudem auch noch sehr gut stand.
Und da ich sehr gerne Countrymusic höre, konnte ich mich mit dem Hut sehr gut identifizieren und zog ihn im Sommer immer sehr gerne an.

Nach mehreren Jahren Benutzung war er dann aber kaputt gegangen, so dass ich dann wieder „oben ohne“ war.

Im Jahr 2015 wurde meine ganze Abteilung aufgelöst, die meiste Arbeit wurde ins billigere Ausland verlagert und ich landete zum zweiten mal in meinem Leben im „firmeninternen Arbeitsamt“.
Der Schmerz war groß und die Verletzung tief, da wir uns doch immer sehr für die Firma engagiert hatten und nun das Gefühl hatten, dass man uns nicht mehr haben wollte. – Mein Selbstwertgefühl schwand immer mehr – bis es auf einem Tiefpunkt angelangt war.
Ich besuchte alle Kurse, bewarb mich innerhalb des Konzerns auf freie Stellen, hatte 5-6 Bewerbungsgespräche – um dann doch nur wieder eine Absage zu bekommen.
Letzten Endes war ich insgesamt 2 Jahre in diesem „firmeninternen Arbeitsamt“ und mir ging es schlechter und schlechter.

In dieser Zeit sagte mir meine Frau, dass sie in einem Gartenmarkt Filzhüte gesehen hatte, die dem kaputt gegangenen Strohhut gleichen würden.
Also ging ich hin und fand auch einen der mir so gut gefiehl so dass ich ihn dann auch kaufte. – Es waren allerdings keine Cowboyhüte sondern Filzhüte aus Australien, die aus der Wolle von australischen Schafen gefertigt wurden und deshalb in ihrem Inneren ein Logo mit einem Känguruh hatten. Die Hüte sahen eher so aus wie in dem Film „Crocodile Dundee“. Sind aber für einen Laien von einem normalen Cowboyhut kaum zu unterscheiden.

Nun ist es in dieser Zeit in Deutschland für einen Mann recht ungewöhnlich einen Hut zu tragen. Hüte sind zur Zeit in Deutschland „nicht In“. – Und Hüte die einem Cowboyhut ähneln erst recht.
Ich trug diesen Hut aber sehr gerne, und so trug ich ihn sehr oft.

Eines Tages, musste ich in einem Lebensmitteldiscounter einkaufen. In der Nähe befand sich ein Mann mit einem kleinen Jungen die auch ihre Einkäufe erledigen wollten. Der Junge saß im Einkaufswagen. Als er mich sah, schrie er recht laut: „Papa schau mal – ein Cowboy“. Dem Vater war das sichtlich peinlich und er versuchte diese für ihn peinliche Situation durch Ignoranz zu überspielen.
Später standen wir zusammen an der Kasse, und wieder sprach der kleine Junge recht laut: „Papa schau mal – ein Cowboy“.
Ich lachte den Jungen freundlich an, und sagte ihm dass das kein Cowboyhut sei, sondern ein Hut aus Australien, und dass ich deshalb ein Känguruh in meinem Hut hätte.
Der Kleine schaute mich mit großen Augen an, und ich zeigte ihm das Logo im Innern des Hutes.

Diese Begegnung machte mir eines klar: „Du bist was Besonderes“.
Auch wenn du in den Augen von Menschen wertlos zu sein scheinst, so bist du doch etwas Besonderes in den Augen Gottes.

Seit der Begegnung mit dem kleinen Jungen gehe ich mit anderen Augen durch die Stadt. Und ab und zu begegne ich Menschen die mich überrascht und verwundert anschauen, wenn sie einen vermeindlichen Cowboy in einer deutschen Stadt sehen. Und dieses blöde Stück Filz auf meinem Kopf erinnert mich wieder daran, was ich doch für ein besonders wertvoller Mensch in den Augen Gottes bin. Und ein Lächeln huscht über mein Gesicht, da ich nun weiß, dass mein Selbstwert nicht von Menschen, sondern allein von Gott abhängig ist.
Deshalb trage ich dieses blöde Stück Filz auf meinem Kopf mit Stolz – denn ich kenne nun meinen Wert und weiß, woher dieser kommt.


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